Symposion des Wissenschaftlichen Beirats

30 Jahre nach Kriegsbeginn in Bosnien und Herzegowina: Was heißt es, auf die junge Generation zu setzen?

Garavice-Gedenkpark für die Opfer des Faschismus, Bihać, Bosnien und Herzegowina © Julian Nyča, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>

Impulsvorträge

  • Dino Dupanović, MA, phd student, Faculty of Philosophy, University of Sarajevo
    Srebrenica: The Paradigm of Bosniak Suffering
  • Ajna Jusić, NGO Zaboravljena djeca rata, Sarajevo
    The forgotten children of war in today’s BiH
  • Nataša Govedarica, MA, forumZFD, Belgrade
    The socially engaged theatre as a platform for dealing with the past
  • Emina Haye, MA, HU Berlin / Thomas Schad, PhD, project „Bosnia in Berlin“, Berlin
    The Bosnian War and Post-war in German Postmigrant Memory Culture

Leitung und Moderation

  • Dr. Heike Karge, Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas, Universität Regensburg, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Südosteuropa Gesellschaft

Zum Thema

Wenige Tage vor seinem Amtsantritt als neuer Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina appellierte Christian Schmidt Ende Juli 2021 an die Öffentlichkeit, in Bosnien und Herzegowina „den Blick auf die junge Generation [zu] setzen, die EU, der Hohe Repräsentant und alle miteinander. Denn nur auf die ergrauten Herren zu setzen, das wird nicht ausreichen. Ich setze auf die junge Generation!“

Im Jahre 2022 liegt der Beginn des blutigen Krieges in Bosnien und Herzegowina, der 100 000 Menschen das Leben und sehr viel mehr ihre Heimat gekostet hat, 30 Jahre zurück. In dieser Zeit ist die Generation herangewachsen, um die es Schmidt geht: es ist dezidiert jene, die den Krieg als Kind oder aber gar nicht erlebt hat. Eine Generation, die weder zu Kriegsbeginn noch zu seinem Ende im Jahr 1995 aufgrund ihres jungen Alters politisch mündig war, eine Generation, die den Krieg nicht selbst ausgefochten hat. Dass die jungen Menschen dennoch die Last des Krieges und des langen Nach-Krieges im bis heute politisch und ethnisch gespaltenen Land tragen, verdeutlichen nicht nur ihre individuellen Biographien, sondern auch ihr privates, gesellschaftliches, politisches oder akademisches Engagement mit dem Ziel, auf eine demokratische, offene und pluralistische bosnisch-herzegowinische Gesellschaft hinzuwirken. 

Welche Chancen verbinden sich mit dem Wirken dieser Generation, die am Krieg nicht mehr aktiv beteiligt war? Welche Unterstützung benötigt sie aus dem In- und Ausland, um ihre eigenen Hoffnungen und die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft umzusetzen? Was können wir tun, um diesen Prozess zu unterstützen und die jungen Menschen in ihrem Engagement zu stärken? 

Das Symposion soll VertreterInnen dieser jungen Generation aus Bosnien und Herzegowina, sowie solchen mit familiären Wurzeln in diesem Land, miteinander und mit den ZuhörerInnen ins Gespräch bringen.

Am 25.02.2022, 15:00 Uhr

Ort: Berlin / Online via Zoom

Bosnien und HerzegowinaVergangenheitsbewältigung / Erinnerung